Sri Lanka Highlights: Sigiriya

Ausblick von Sigiriya auf Regenwald und Nebel

33 Grad, Menschenmassen, 90 Prozent Luftfeuchtigkeit, bedeckter Himmel – nicht die besten Voraussetzungen für einen Gänsehautmoment und doch habe ich Tränen in den Augen. Zuvor habe ich mich mehr als 1800 Stufen einen Felsen hochgehievt. Das ist weniger anstrengend, als man denkt. Doch zurück zur Gänsehaut: Die habe ich nicht erst seitdem ich, oben angekommen, auf den Regenwald blicke, über den sich der Nebel legt, die habe ich eigentlich schon die ganze Zeit.

Ausblick von Sigiriya vom Gipfel

 

Sigiriya, der Löwenfelsen – unerwartet schön

 

…obwohl, nein, das stimmt nicht. Ich wusste, dass es hier schön ist. Das steht in jedem Reiseführer. Aber irgendwas ist anders.

Es ist leicht, sich in emotionalem Geschwurbel beim Schreiben zu verlieren. Kill your darlings! ist nicht umsonst einer der wichtigsten journalistischen Grundsätze. Die Schönheit Sigiriyas ist so gewaltig, dass man sich spielend leicht in nichtssagenden, überemotionalisierten Worthülsen verlieren kann. Im Grunde ist Sigiriya ein Felsen. Kein ganz gewöhnlicher, schließlich zählt er heute zum UNESCO-Weltkulturerbe. Aber das ist es nicht. Es sind nicht die alten Palastruinen – weder unten am Fuße des Felsens, noch oben, es sind auch nicht die historischen Malereien der Wolkenmädchen -, die mich sprachlos machen. Ich könnte jetzt noch ewig darüber schreiben, was Sigiriya alles nicht ist, aber zu sagen, was das alles hier so besonders macht, fällt mir schwer.

Vielleicht ist auch ganz einfach und Sigiriya ist einfach der schönste Felsen der Welt. 

Der Sigiriya Felsen inmitten der Landschaft

 

Zum Eintritt: Der kostet in Sri Lanka immer um die 30 Dollar. Da ist ganz egal, ob man durch Horton Plains wandert, mit dem Jeep durch den Udawalawe Nationalpark fährt, oder seinen Kadaver bei tropischer Hitze auf Sigiriya hochhievt. Das lohnt sich jedoch in jedem Fall – 30 Dollar hin oder her. Wirklich schön: Für Sri Lanken kostet der Eintritt zu den Weltkulturerbestätten und den Nationalparks nur ein paar Cents, sodass sich das auch die srilankanische Durchschnittsfamilie leisten kann. Wir haben so manchen Sri Lanken kennengelernt, der mit den Augen gerollt hat, wenn wir von Sigiriya geschwärmt haben. Während wir in Deutschland in Scharen zum Reichtstagsgebäude in Berlin gekarrt werden, werden in Sri Lanka alle Schulklassen nach Sigiriya geschickt.

Und noch ein kurzes Wort zu den 1800 Stufen: Der Aufstieg ist wirklich nicht schlimm, runter ist die Hölle. Have fun!

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