Reise entlang der kroatischen Küste

Frischer Fisch. Essen auf den Inseln Kroatiens.

Es ist eine durchaus beschwerliche Reise, die uns bevorsteht. Mit dem Bus bis nach Zagreb und von dort weiter bis nach Zadar. Das sind nochmals ein paar Stunden mit dem Bus. Unser Plan: Von Zadar entlang der kroatischen Küste bis ganz in den Süden nach Dubrovnik reisen und mal schauen, was passiert. Angekommen in Zadar sind wir angetan von dem beschaulichen Städtchen. Es gibt zwei, nein, es gibt drei Dinge, die Zadar durchaus besonders machen: Zum einen gibt es in Zadar die berühmte Meeresorgel. Hier an der Strandpromenade zu sitzen und ihren Klängen zu lauschen, ist nahezu meditativ – oder zumindest entspannend. Die Töne der Orgel werden durch die Wellen des Meeres erzeugt. Sie schieben gegen die Steinplatten, sie schieben sich unter die Steinplatten.

Die Klänge, die dabei entstehen, sind bisher einmalig in der Welt.

Erdacht wurde das experimentelle Musikinstrument vom kroatischen Architekten Nikola Bašić, dessen Auftrag eigentlich lautete, die Kreuzfahrt-Touristen, die tagtäglich am Hafen Zadars ausgekippt werden, länger an der Strandpromenade zu halten.

Die Strandpromenade Zadars.

So entwarf er nicht nur die Meeresorgel, sondern auch eine weitere Attraktion entlang der Promenade: den „Sonnengruß“. Der Sonnengruß ist eine Installation, rund, in den Betonboden eingelassen, bestehend aus mehrschichtigen Glasplatten, die mit Solarmodulen versehen sind. Das Spiel der Farben wird von den Klängen der Meeresorgel bestimmt. Beide Installationen sind miteinander verbunden:

Die Wellen bestimmen den Klang der Orgeln und sie bestimmen auch die Farben, die sich nach Sonnenuntergang auf den Glasplatten zeigen.

Was einst nur als Highlight für Kreuzfahrttouristen gedacht war, zieht heute Touristen aus aller Welt an. Doch da sind wir schon beim nächsten Punkt, der mir an Zadar gut gefallen hat: Zadar ist ein Seebad, idyllisch an kroatischen Adria auf einer Halbinsel gelegen. Touristisch überlaufen ist die Stadt dennoch nicht.

Die Inseln Vis und Pag

Weiter ging es für uns mit dem Bus von Zadar nach Split und dann mit der Fähre auf die kleine Insel Vis. Hier verbringen wir zwei sehr ruhige Tage direkt am Meer. Ein Zelt haben wir nicht, aber wir rollen unsere Schlafsäcke in einem kleinen Pinienwald aus. Morgens wachen wir direkt am Meer auf, die Pinien spenden Schatten, wir waschen uns im Meer. Es ist wunderschön.

Insel Vis, Kroatien

Am zweiten Tag ziehen Wolken auf, mit ihnen kommt der Regen. Ein schneller Blick auf den Wetterbericht zeigt, es regnet nahezu überall in Kroatien, nur auf der Insel Pag, da soll es besser sein. Also nehmen wir die nächste Fähre nach Pag und landen in Novalja. Novalja ist der Urlaubs- und Party-Hotspot der Insel. Nicht auszuhalten, denken wir und fahren gleich am nächsten Tag mit dem Taxi ein paar Kilometer weiter, nämlich zum Strand „Rucica“ ganz in der Nähe der Ortschaft Metajna. Hier soll es wunderschön sein, wurde uns gesagt.

Tagsüber baden wir und lesen, nachts rollen wir wieder unsere Schlafsäcke aus. Es ist magisch.

Die Mondlandschaft der umliegenden Berge enthüllt ihren ganzen Zauber bei Sonnenuntergang. Nachts werden wir wach. Es ist kalt, es ist windig, um uns herum ein Herde Schafe. Der Vollmond spendet Licht. Wie gesagt: ein magischer Ort.

Die Insel Pag - wunderschöne Mondlandschaft mit Traumstränden

Von Dubrovnik mit der Fähre nach Rijeka

Vom nahezu südlichsten Zipfel Kroatiens bis weit in den Norden des Landes reisen – und das in rund 24 Stunden mit der Fähre. Warum? Nun ja, es war vor allem ein Artikel, den ich in der GEO Spezial Kroatien gelesen hatte, der mich beflügelte: Darin ging es um eine alte Fähre der kroatischen Reederei Jadrolinja. Das Schiff besticht mit Ostblock-Charme und soll schon in der nächsten Saison ausgemustert werden, da es nicht genug Komfort bietet, so ungefähr stand es dort geschrieben. Ich schaue mir die Bilder vom Schiff an und bin begeistert. Also kaufen wir in Dubrovnik, neben Zagreb übrigens die einzige Stadt Kroatiens mit der ich nicht so richtig warm werden will, Tickets.

Ein Ticket – ohne Schlafplatz – kostet circa 100 Euro. Das ist günstig in Anbetracht der Strecke, die wir zurücklegen werden. Schlussendlich werden wir nahezu 24 Stunden auf der Fähre verbringen, viel lesen, kaum schlafen und am Ende so entspannt sein, wie wir es den ganzen Urlaub nicht waren. Auf der Fähre schien die Zeit still zu stehen: der unprätentiöse Ostbock-Charme, die routinierten Ober im Frack im Bord-Restaurant, die galant zerkochte Spaghetti Bolognese und Dosen-Cola servierten. Sie  werden der Welt fehlen, denn ohne sie ist die Welt nun wieder ein bisschen schneller geworden.

Essen im Bordrestaurant.

In Rijeka verbringen wir nach unserer Ankunft noch einen entspannten Vormittag mit Kaffee und Croissant, bevor wir uns wieder auf den Höllenritt der Busreise über Zagreb nach Deutschland begeben.

Rijeka, Kroatien

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